Texte zu Gedanken

Gottfried versuchte sich für das Jahr 2018 einfach einseitig selbst zu erzählen, überlegte wohin die wohl längste Domain des Universums zwischenzeitlich führen soll und sucht nebenbei nach einer Institution um seinem geplanten Promotionsvorhaben ›Zur Ethik des Zeigens‹ den geeigneten Raum zu geben.

Ist die Beschreibung eine Vorstufe zur Erklärung? Vieles von dem was aus Gedanken, Wörtern oder Sprüchen über die Zeit hin in Bildern sichtbar wurde und über Umwege sichtbar bleibt, wird wieder mit Wörtern vernebelt. Wenn Gedanken wie Wolken sind, sind Bilder wie Regen. Ein nasser Hund schüttelt sich.

Ende September 2017 ist Gottfried in Deta, Rumänien angekommen und verbrachte den Herbst auf dem Banater Land um das im Juli begonnene Reise– und Rechercheprojekt ›#bagavound‹ vor Ort abzuschließen. Ein erzählerischer Spaziergang entlang charakteristischer Punkte der Kleinstadt Deta verband den laufenden Flair von ›#bagavound‹ mit einer lokal–spezifischen Abschlußausstellung. In Form einer öffentlichen auditiven Raumerforschung und punktuellen Intervention innerhalb privater Räume wurden Spuren der Vergangenheit und Embleme der Gegenwart, Subjektivität und Intimität, sowie öffentliche Bereiche der Gemeinschaft zu einem künstlerischen Rundgang verdichtet, welcher die historischen multi–ethnischen sowie multi–kulturellen Charakteristiken des Ortes widerspiegelte. Gerahmt wurde dAS ›Ringelspiel‹ durch ein kuratiertes Filmprogramm am Abend.

Die Zusammenstellung von 2015 begonnenen Sammlungen loser ›Aphorismen‹ sowie das mediale Protokoll ›For War/Die große Flucht‹ wurden ebenfalls September 2017 veröffentlicht.

Eine Richtungsänderung im Sommer 2017 führte dazu, daß Gottfried Binder als #bagavound mit seinem Pseudonym ›Erich Weisz‹ und seiner Hündin Kira zu Fuß nach Hause in sein Geburtsdorf Deta, Rumänien unterwegs war. Die dreimonatige Wanderung begann als Pilgerung auf dem Jakobsweg von Dresden nach Nürnberg und endete mit der Entscheidung, gen östliches Europa abzubiegen.

Unmittelbar davor lernte er von 2016–2017 als Lehrkraft für Kunst und Ethik an einer Dresdener Mittelschule nicht zu lehren. Ganz sicher nicht in Sachsen. Als Resultat dieses einjährigen Seiteneinblicks, bleibt der ›NBD – Nachbereitungsdienst‹, ein persönliches Archiv fragmentarischer Skizzen zu Gesten des Zeigens, den Alltag der öffentlichen Lehre und schulischen Verwaltung widerspiegelnd. Inklusive einer Sammlung von geordneten Anweisungen und SchülerInnenarbeiten.

Ein Tag vor dem fünzehnjährigen Jahrestag der Anschläge vom 11. September, veröffentlichte Gottfried Binder am 10.09.2016 die Sammlung ›rem-sept-ember‹, eine dramturgisch bearbeitete Zusammenstellung von – ursprünglich am Dienstag plus des Folgetages – auf MiniDisc aufgenommenen Medienberichten des deutschen Fernsehens sowie des Londoner Lokalradios. Die Audioaufnahmen reflektieren die Stimmung und mediale Narration eines noch Vor–Internet–Zeitalters und geben Einblick in die sich entwickelnden Paradigmen einer sich verändernden Medienlandschaft, welche zum heutigen Standard der Berichterstattungen geworden sind. Eine gemischte Ansammlung aus Unterhaltung, Übertreibung, Schock und objektiven Informationen innerhalb des Stroms der sogenannten Breaking News, des medial kommunizierten Terrors, der Strategien der Ablenkung und der empathischen Beruhigung. Diese retrospektiven Dokumente sind ebenso Grundlage des 2007 entstandenen experimentellen Films ›ENSÓ‹ und der dazugehörigen Audioalben ›round:one‹ von 2009 und ›WT44_27‹ von 2013.

Vor dem Umzug nach Dresden, lebte Gottfried von 2016 bis 2002 gerne an unterschiedlichen Orten in Leipzig, Sachsen. Während dieser Zeit absolvierte er ein Magisterstudium (Philosophie und Kunstgeschichte) an der Universität und ein Diplom (Medienkunst) an der Hochschule für Grafik und Buchkunst – letzteres 2015 realisiert, ersteres 2011 abgeschlossen. Neben nationalen und interationalen Ausstellungen und zahlreichen Beteiligungen an künstlerischen Projekten, engagierte er sich in der studentischen Selbstorganisation, war wissenschaftlicher Hochschulmitarbeiter, Gestalter diverser Bücher, Plakate sowie Kataloge und zuletzt in Leipzig bis 2016 als freier Dozent, Kurator und Verleger tätig. Zuvor war Gottfried bemüht eine Karriere als Nach–Dem–Kinofilm–Interviewer, Klausuraufsicht, Garderobier und Türaufhalter, Lager– und Versandmitarbeiter, Buchlayouter, Autoputzer, Nachtwärter, Museumsaufsicht, Behindertenpfleger, Systemgastronom, Zeitungsausträger sowie Melonenträger anzustreben. Er wurde stattdessen Philosoph und Künstler.

In seiner philosophischen Magisterarbeit ›Beschreibung einer Parabel‹ befragte er ganz akademisch den Zusammenhang universeller Epistemologie und Alltagsfragen. ›KYRA‹, der unter cineastischen Aspekten autonom realisierte experimentelle Diplomfilm, kreiste in der Julihitze des Sommers 2015 um spielerische Selbstbehauptungsstrategien zeitgenössischer Kunst und wurde durch das ihm vorhergehende, schriftliche Pendant ›dis≠play≈er‹ theoretisch gerahmt.

Nachdem er zuerst 2007 in Erscheinung trat, dann einige Jahre im Untergrund unerkannt nichts machte, immigiert sich ›Erich Weisz‹ an einem Nachmittag im Mai 2016 höchstpersönlich an einem Bürotisch im Leipziger Rathaus überraschend selbst als legaler Bürger unserer Welt und vagabundiert seitdem mit seinem Alias umher.

Im Zusammenhang mit der langjährigen Arbeit am Schauspiel Leipzig entstand zur Buchmesse Leipzig 2016 das Künstlerbuch ›–vers‹, welches von März bis Juni im Zwischenfoyer des Schauspielhauses als multimediale Installation hintergründig präsentiert wurde. ›–vers‹ beobachtete aus diversen Blickwinkeln spontan eine opake Membran zwischen fiktiver Realität und realer Fiktion innerhalb theatralischer Kulissen und Räume und befragte die Grenzen von vermeintlicher Wirklichkeit und gemeinter Inszenierung. Zwischenzeitlich war Gottfried Binder an der Mitbegründung der Künstlergruppe situation room‹ beteiligt, welche er aufgrund von intensiven Diplomvorbereitungen während dieses Zeitraumes verließ.

Anläßlich ihres 250–jährigen Jubiläums versammelte die HGB Werke von mehr als 70 internationalen Künstlern und Künstlerinnen aus dem Umfeld der Leipziger Kunstakademie im Grassimuseum für Angewandte Kunst in Leipzig. April bis Juni 2015 fand dort die Gemeinschaftsausstellung ›2.5.0. Object is Meditation and Poetry …‹ statt, welche das in Italien entstandene Künstlerbuch ›VIA‹ im Rahmen einer Installation letzmalig kontextbezogen neu präsentierte. Das Buch ›VIA‹ wurde im gleichen Jahr ebenfalls zur Buchmesse Leipzig gezeigt.

An einem heißen Julivormittag des Jahres 2015 flimmerte ab genau 9 Uhr im kühl-dunklen Saal des LURU–Kinos auf dem Spinnereigelände in Leipzig, der ungefähr 16 Minuten lange Director's Cut von Gottfried Binders Diplomfilm ›KYRA‹ auf der Leinwand. Auf einem handelsüblichen Computer, als sich stets überlagerndes Screenpcapture gefilmt und ausschließlich mit den systemeigenen Standard–Schneide– und Bearbeitungswerkzeugen narativ montiert, erzählt der experimentelle Film bewußt reduziert, aber unnötig lange, in einer hypnotischen Überlagerung von Tönen und Bildern von digitaler Abstraktion, Aktion und Reaktion, zirkulärer Veränderung, dem auto–generativen Verhältnis von unterschiedlichen Kategorien von Bildern und der spielerischen Autonomie eines künstlerischen Schaffensprozesses. Entstanden aus dem Ausprobieren einer neugekauften Fotodigitalkamera und dem Posieren seines Hundes zum Zwecke eines Testbildes. Etwas mit Kreisen und weiter und so weiter.

Als Fortsetzung der Gemeinschaftsaustellung ›INTIMATE‹ wurde 2014 die dazugehörige Edition mit dem Beitrag ›VOID 4/4‹ konzipiert und in der Galerie Eigen+Art Leipzig performativ veröffentlicht. Mit der von ihm graphisch mitgestalteten ›Edition INTIMATE‹ übersetzen die beteiligten Künstlerinnen und Künstler den temporären White Cube der Galerie in eine zeit– und raumspezifische Form. Die Edition in Gestaltung einer grauen Kassette, enthält miniaturisierte Versionen der zuvor ausgestellten Werke, welche eine noch intimere und nähere Beziehung der Betrachter einfordert, als es die ausgestellten Werke selbst taten. Mit dem Beitrag ›VOID 4/4‹ thematisierte Gottfried Binder ebensolche Wechselwirkungen der Kunstrezeption und stellte Fragen an die Reproduzierbarkeit und Kommerzialisierung von Kunst innerhalb bestimmter Märkte. Im Rahmen der ein Jahr davor stattgefundenen Gemeinschaftsausstellung ›INTIMATE‹ in der Galerie Eigen+Art Leipzig, zeigte Gottfried 2013 ›VOID 2/4‹, eine verkapselte Rauminstallation in der Büroetage der Galerie mit dazugehörigem klassischem Künstlerbuch sowie digitalem Archivkompendium.

Mit der Performance ›best boy‹ steuerte Gottfried Binder 2014 eine Ansammlung hintergründiger Prothesenhandlungen und die Möglichkeit einer Tauschhandlung zu der Gemeinschaftsausstellung ›Intershop‹ in der GfZK (Galerie für Zeitgenössische Kunst) in Leipzig bei. Ausgehend von den szenischen Settings typischer Filme Jaques Tatis', wurden die, durch dysfunktionale urbane Architektur bestimmten Spielräume seiner BewohnerInnen auf der einen Seite und die vage, stets neu zu definierende Rolle des ›best boy‹ einer jeglichen Produktion kombiniert: der Platzhalter, das Mädchen für Alles, Teil des Ganzen, doch verborgen. Unterschiedliche Modalitäten dieser Rolle fügten sich wie eine Folie unter, über oder neben inszenierte Handlungen.

Mit ›The 99 Most Ultimate Definitive Best and Very Best Greatest Hits Vol. 1‹ und ›a sequence collection effort - samples r2014‹ sowie ›PS7-8-00063‹ (aus der Serie ›rescue recoveries‹) beteiligte sich Gottfried im Rahmen des Rundganges im Februar 2014 letztmalig als Student an einer Ausstellung innerhalb der Räume seiner Hochschule.

Im Oktober und November 2013 fand das experimentelle Film– und Videofestival ›extra – experimental trails‹ zum zweiten Mal in Leipzig statt, bevor es sich eine Auszeit bis 2023 genommen hat. Das Festival fand in seiner zweiten, erweiterten Ausgabe im Leipziger Programmkino Cineding statt und wurde von einer Ausstellung im D21 Kunstraum begeleitet, mit welcher die Möglichkeiten und Grenzen des Ausstellens von Filmen und Videos installativ befragt und künstlerisch erforscht wurden. Die Vorführungen im Cineding hingegen waren ein Bekenntnis zum traditionellen Kinoraum, zur ihm noch immer innewohnenden Mystik, zu der sozialen Erfahrung die durch ihn ermöglicht wird. Das Festival wurde gerahmt von zahlreichen Künstlergesprächen, darunter mit dem Filmemacher Lutz Dammbeck sowie einem audiovisuellen Konzert. Das Festival bot neuen filmischen Sichtweisen eine offene und zeitgenössische Diskussions- und Ausstellungsplattform in Leipzig. Es stand für außergewöhnliche Filme und Videos sowie für kontroverse Diskurse über die experimentelle Filmkunstszene.

Im Spätsommer 2013 fand das internationale Reiseprojekt ›cultural clash nomade‹ statt. Junge KünsterInnen aus Deutschland und der Schweiz präsentierten aktuelle Auseinandersetzungen zu einem in Bewegung geratenen Verständnis von kultureller Identität. Die künstlerischen Arbeiten wurden dabei ganz im Sinne des Wandercharakters in Zelten und Wohnwagen installiert. Mit der ausschließlich im eigenen Wohnmobil vor Ort auf der Schreibmaschine angefertigten Arbeit ›trip/träume‹ tourte Gottfried im Konvio von Leipzig, Nordhausen, Frankfurt/Main nach Ludwigshafen, über Strasbourg nach Frankreich bis nach Genf in die Schweiz. Dort fand September 2013 die gemeinsame Abschlußausstellung des Projektes in der Galerie Duplex statt. Während die Wägen an ihren Plätzen ruhten hatte man Zugriff auf die Träume eines Reisenden. Wie poetisch sich das anhören mag.
Gottfrieds verschriftliche Träume konnten in den verschiedenen Fahrerkabinen als Typoskripte eingesehen werden. In unregelmäßigen Abständen – wechselnd von täglichen Nachrichten bis hin zu längeren Tageskompilationen – wurden diese in den Räumen der Wägen hinterlasssen.

Mit der Serie ›home, via, kiff‹ beteiligte sich Gottfried Binder 2013 am ›Gyeongnam International Photography Festival‹ in Gyeongnam, Süd–Korea als auch an der dazugehörigen Katalogpublikation. Als ehemaliger Teilnehmer von springhouse übernahm Gottfried im selben Jahr die Kataloggestaltung und Produktion der Publikation springhouse 2011-2013, welche im Haus H in Dresden anläßlich der Ausstellungseröffnung als limitierte Auflage veröffentlicht wurde. 2013 wurden das Künstlerbuch ›VIA‹ und das Magazin ›NUOVA‹ im Atelierfrankfurt im Rahmen der Ausstellung Viaggio in Italia – Italienische Reise erneut präsentiert.

Im Mai 2013 beteiligte sich Gottfried Binder auf Einladung im Heibronner mobilat mit Screenings aus ›a sequence effort collection‹ an dem Betonbruch Festival und erprobte sich gleichzeitig literarisch im Vortragen seiner verschriftlichten Traumaufzeichnungen. Während dieser Zeit lenkte sich der Fokus seiner Arbeiten zunehmend auf das Medium Text und Sprache und auf reduzierte, minimierte Medien. Im selben Jahr intensivierte Gottfried seine Auseinandersetzung mit dem Medium des Schreibens und zugleich seinen eigenen biographischen Wurzeln: in diesem Kontext erarbeitete er eine Einladung an die Literaturnobelpreisträgerin ›Herta Müller als möglicher Gast: Ein Eindruck zum Kennenlernen‹, welche aus einem Nachbardorf im rumänischen Banat stammt. Kleine und kurze Beobachtungen aus dem Alltag lieferten die anfängliche Grundlage für seine 2017 veröffentlichte Sammlung von ›Aphorismen‹.

Als reines dramaturgisch verdichtetes Textprotokoll der verbalen Diskussionen und Debatten im Rahmen der Präsentationen und Kritik von Kunstwerken, entstand 2013 ›Die Arbeit‹. Sie behandelt die Situation der heutigen Kunsterziehung, ihrer Praktiken und Strategien. Basierend auf einer typisierten Analyse, bestand ›Die Arbeit‹ aus individuellen Wörtern und Satzkonstruktionen aus real stattgefundenen Konversationen über Kunst. Wie findet kunsttheoretischer Diskurs heute statt? Was sind die Kriterien für Kritik? Inwieweit kann eine künstlerische Arbeit analysiert werden? Besteht die Notwendigkeit, Kunst mittels verbaler Sprache zu erklären oder lenkt der theoretische Diskurs vom Kern der Kunstwerke rhetorisch geschickt ab? Wie funktioniert heutige Kunstreflektion und Kommunikation in der Welt? Im Rundgang des darauffolgenden Jahres wurde ›Die Arbeit‹ durch die Klasse Intermedia unter dem Titel ›Eine Arbeit‹ raumspezifisch als Installation übertragen und durch Audiospuren ergänzt.

Als indirektes Ergebnis eines zweisemestrigen Atelierstipendiums der HGB und einer vom hausinternen audiovisuellen Labor initierten Projektförderung im Europäischen Zentrum der Künste Dresden, Hellerau, enstand im Oktober zum 2013 stattgefundenen Medienfestival cynetart – international festival for computer based art die 24–stündige Videokollage ›stream‹, welche in einem Container außerhalb des Festspielhauses als begehbare Projektion gezeigt wurde. Als ZuschauerIn konnte man sich in die digitalen Projektionen eines Screencaptures hineinbegeben und den vermeintlich zeitgleich stattgefundenen Aktionen eines anonymen Akteurs Zeuge werden. Grenzen subjektiver Wahrnehmung und Erwartungshaltungen, der Verhältnisse von Innen und Außen als auch der faktischen Objektivität des digital Gezeigten wurden mittels Zeit, Fokus, Fehlern, Schnitten und Übergängen filmisch demonstriert.

Als Fortsetzung und Erweiterung des im kunstgeschichtlichen Kontext ab 2006 initiierten Projektes ›FILMCLUB‹ bildete sich an der HGB 2012 die studentische Initiative ›FILZ‹ welche in Form eines Diskursraumes zum Thema Film und Kunst Projektvorstellungen, Screenings sowie Workshops anbot und an deren Gründung und inhaltlicher Ausrichtung Gottfried maßgebend beteiligt war. Thematischer Vorgänger war das fachübergreifende und performative Rundgangsprojekt ›KI/NO‹. Enstanden aus der Protestbewegung anläßlich der von der Kultusministerkonferenz 2012 beschlossenen, weitgreifenden Kürzungen und Änderungen des Studiensystems und dessen folglichen Beschränkungen. Der sonst zum Rundgang der Hochschule regelmäßig zur Vorführung von Filmen bzw. Videos genutzte Raum sollte diesen Zweck nur zum Teil erfüllen: er blieb geschlossen. Deshalb wurden alle interessierten Studenten aufgerufen Arbeiten einzusenden. Als Ergebnis des Projektes entstand eine Publikation in Form eines Booklets mit dazugehöriger DVD der künstlerischen Einsendungen. Die durch Spenden eingebrachten Einnahmen und durch die zahlreichen persönlichen Gespräche gewonnen Erfahrungen, boten die Basis für die Gründung des Folgeprojektes ›FILZ‹, welches sich zum Ziel gesetzt hatte, an der Leipziger Hochschule ein beständiges und offenes Forum für Video und Film mit theoretischer als auch praktischer Ausrichtung zu etablieren. Als Assistent der DOK-Masterclass von Barbara Hammer vertiefte Gottfried Binder 2012 die zu diesem Zeitpunkt stattgefundene Spezialisierung auf Film– und Videokunst in einem akademischen Umfeld. Im selben Jahr beteiligte sich Gottfried Binder an der Gemeinschaftsausstellung res obscura der Hochschule für Grafik und Buchkunst und veröffentlichte im Künstlermagazin Geheimnis eine kleine S/W–Architekturfotoserie.

Im Rahmen des Dresdener Residencyprojektes springhouse zeigte Gottfried Binder 2012 den Essayfilm ›Eine Umwanderung entlang des Bitterfelder Weges. Über Umwege‹ als Kinoprojektion in einer Hofgarage. Daneben wurden Ausdrucke digitaler Fingerzeichnungen präsentiert. Als Konsequenz der zunehmenden Fokussierung auf das Medium Film und Video, wurde Gottfried Binder von der Leipziger Galerie kub als Kurator des 2012 eigens von ihm konziperten experimentellen Filmfestivals ›extra – experimental trails‹ angefragt.

Das im Sommer 2008 in Rom enstandene Künstlerbuch ›VIA‹ wurde zuerst 2012 in der Gemeinschaftsausstellung Viaggio in Italia – Italienische Reise in der Halle 12 auf dem Leipziger Spinnereigelände gezeigt. Inspiriert durch die lange Reisetradition Richtung Italien hinterfragte die Ausstellung das Thema der Grand Tour aus zeitgenössischem Blickwinkel. Die künstlerische Auseinandersetzung behandelte politisch und sozial relevante Themen, sowie Architekturgeschichte und Landschaftsbeobachtungen unserer postmodern geprägten Epoche.

Kurz nach Abschluß des Magisterstudiums 2011, bewarb sich Gottfried direkt für das Hauptstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und absolvierte dort bis 2015 ein Medienkunststudium in der Fachklasse Intermedia von Prof. Alba D'Urbano.

Die unter logischen Prämissen angefertigte Magisterarbeit ›Vom Alltag zur Philosophie. Beschreibung einer Parabel‹ von 2011 beschreibt Alltagsfragen, bebildert Lücken narrativ und untersucht die Grenzen des objektiv Erzählbaren. "Was das Ganze mit Philosophie zu tun hat, wirst Du Dich sicherlich fragen. Ich kann Dir diese Frage nicht inhaltlich beantworten, aber es ist eine Abschlussarbeit im Fach Philosophie – insofern besteht eine direkte Verbindung. Du weißt ja sicherlich, dass so vieles von dem, was wir heute Philosophie nennen, früher ganz anderen Bereichen zugehörig war: zum Beispiel der Juristerei, der Mathematik, der Theologie oder der sogenannten Esoterik. Und heutzutage zählt man auch Werke der bildenden Kunst, Filme, Spiele oder Romane dazu. Manchmal reicht es ja schon, philosophische Ideen darin zu erkennen, um sie der Philosophie zugehörig zu meinen. Und manchmal ist es ganz anders herum: die Philosophie weiß über sich Bescheid, versucht sich aber hinter lyrischen oder bildnerischen Fassaden zu verstecken. Ist das nicht seltsam: Eine Abschlussarbeit in Philosophie, welche sich davon zu entfernen versucht?"

Das Künstlerbuch ›NUOVA‹ welches als Residuum des 2008 konziperten Ausstauschprojektes ›50/50‹ im Jahr 2011 in Leipzig publiziert werden konnte, wurde in Fankfurt/Main 2013, von 2013–2011 mehrmals an verschiedenen Orten in Leipzig und erstmalig 2011 in Berlin installativ präsentiert.

In Leipzig setzte Gottfried Binder sein Magisterstudium an der Universität mit kurzen Unterbrechungen fort: Studiengangwechsel (Indologie als zweites Nebenfach weg), Krankheit 2009–2008, Auslandspraktikum in Rom 2008, Studierendenstreik 2003, diverse Jobs immer mal wieder. Mündlich schloß Gottfried das Philosophiestudium 2011 mit dem Thema ›Das Konzept der Identität im Kontext der Philosophie der Rastafari‹ ab. Im Jahr 2010 beendete Gottfried mit der schriftlichen Arbeit ›Simone Martinis Monument für Beato Agostino Novello‹ das kunstgeschichtliche Studium und ließ sich zum Thema ›Filmtheorie‹ abschließend mündlich prüfen.

Genau drei Monate nach Beginn des neuen Jahres 2010 suchte sich in einer Zweizimmerwohnung im Leipziger Osten eine Mischlingshündin namens Kira Gottfried als ihren Begleiter aus. Dieser ist seither an ihrer Seite, meistens auf der Rechten, oftmals gar nicht seitlich sondern weit dahinter.

Die selbstreferientielle philosophische Arbeit ›SR (ohne Titel)‹ entstand 2009 infolge eines gedanklichen und lebenspraktischen Paradigmenwechsels; genau wie ›dis≠play≈er‹ sechs Jahre später dipomatisch am selben Küchentisch, nur an einer anderen Adresse, vier Etagen höher. Einzig und allein zum Zweck des Scheinerwerbes bezeugten sie sich selbst. Die Lange Nacht der Wissenschaften 2009 im Geisteswissenschaftlichen Zentrum Leipzig (GWZ), bot die Möglichkeit die logisch–konzeptuelle Arbeit ›SR (ohne Titel)‹ am Rande eines wissenschaftlichen Kolloqiums materiell überdimensionert als Papierdrucke zu zeigen. Die Beschäftigung mit logischen und selbstbezüglichen Strukturen resultierte im gleichen Jahr in einer Dokumentation eines selbstreferentiellen Vortrages, gehalten 2009 im Rahmen des fortgesetzten Workshops Schleifen in Kunst und Musik an der Humboldt–Universität Berlin. Der Vortragstext zu ›Ludwig Wittgenstein sagt …‹ setzt sich auschließlich aus montierten, nicht gekürzten Fragmenten der Werke Ludwig Wittgensteins zusammen und fungiert gleichzeitig als autonomer Vortrag, Wittgensteins philosophische Gedanken widerspiegelnd.

Im Verlauf des Jahres 2009 entstanden die Theoriearbeiten Das Wissen über die Vergangenheit (Director's Cut)‹, ›Über "Über die Malkunst"‹, ›Giottos Ankunft‹ sowie der Vortrag ›Das Bild als strategisches Mittel‹ im Rahmen einer kunsthistorischen Vertiefung zu den Themen Filmtheorie und Bildwissenschaft.

Anläßlich des Symposiums 50 Jahre Bitterfelder Weg im August 2009 im Kulturpalast Bitterfeld-Wolfen, wurde der im gleichen Jahr produzierte Essayfilm ›Eine Umwanderung entlang des Bitterfelder Weges. Über Umwege‹ erstmalig aufgeführt. Der Film versuchte die Ansätze der politischen sowie künstlerischen Positionen der Nachkriegszeit in der DDR und der BRD zu beleuchten und sie in einen gemeinsamen Zusammenhang zu stellen. Großflächige politische Einflußnahme auf die Kulturwirtschaft, auf Künstlerzirkel und in den Fabriken der DDR auf der einen Seite und das zeitlich parallele Bestreben verschiedener Bewegungen, wie Fluxus in der bildenden Kunst, oder der Systemtheorie in der Soziologie in der Bundesrepublik, verschmelzen zu einem generellen gesellschaftlichen Anliegen. Der Film bediente sich hierbei öffentlich zugänglichen Materials und verzichtete fast ausschließlich auf selbst produziertes Material. Selsbtreferenzialität, Verschachtelung von Erzählebenen, die Thematisierung der Möglichkeiten bzw. Abhängigkeiten der Kunstproduktion, der politisch instrumentalisierten öffentlichen Kunst und nicht zuletzt der Umgang mit fremdem Eigentum im künstlerischen Schaffensprozeß, waren Anlaß, diese Art von Rückschau mittels eines Filmes zu visualisieren.

Nach der Rückkehr aus Rom nach Leipzig, versuchte Gottfried Ende Oktober 2008 anscheinend auf eine Party zu gehen – genauer gesagt: mit dem Rad zu fahren. Er kam aber dort nie an und erinnert sich bis heute auch an nichts Besonderes. Alles war gut.

Das künstlerische Austauschprojekt ›50/50‹ wurde im Sommer 2008 im Rahmen eines DAAD–Stipendiums an der Accademia di Belle Arti di Roma konzipiert, konnte aber nicht wie geplant im ortsansässigen Goethe–Institut realisiert werden. Zusammen mit den eingeladenen Künstlerninnen und Künstlern entstand infolgedessen das Künstlerbuch ›NUOVA‹, welches von der Kulturstiftung Sachsen 2011 gefördert wurde und im Rahmen der Ausstellungen ›Viaggio in Italia – Italienische Reise‹ in Frankfurt/Main 2013 und Leipzig 2012 wiederholt gezeigt wurde. ›NUOVA‹ ist ein Schwarz–Weiß–Magazin welches die ewige Stadt Rom zum Thema hat: eine thematische Zusammenstellung von Büsten, gezähmten Pferden, Top–Modedesignern, Romantik und Architektur, Kino und Liebe. Die Zusammenstellung von Photographien, Plastiken und zweckentfremdeten Bilder lädt zur Erkundung der ineinandergreifenden Präsenz moderner Ruinen und antiker Zeiten Roms ein. ›NUOVAwurde in einer limitierten monochromen Offset–Auflage publiziert, begleitet von einer bunten und glänzenden Folie.

Am kunstgeschichtlichen Institut Leipzig befaßte sich Gottfried im Hauptstudium schwerpunktmäßig mit Bild– und Medientheorie. Entstanden sind 2007 die Arbeiten ›Bilder der Fremde‹, sowie unter Anderem der Vortrag Alberti and Pino‹.

An der Humboldt–Universität Berlin nahm Gottfried 2007 auf Einladung mit dem Vortrag ›Eschers optische Illusionen‹ an dem Kolloqium Schleifen in Kunst und Musik teil. Zuvor wurde sein experimenteller Film ›ENSÓ‹ auf dem transvizualia festival in Gdynia/Danzig in Polen aufgeführt.

Von März bis Mai 2007 wurde im Naturkundemuseum Leipzig die Ausstellung ›FELDER‹ einem größeren Publikum gezeigt. Ein einziges großformatiges Schwarz–Weiß–Negativ – mittels 9x12–Planfilmkamera am Rande einer Landstraße in Frankreich entstanden – lieferte das Grundmotiv für die Reihe der gezeigten, digital bearbeiteten seriellen Landschaftskonstruktionen. Ausgehend von dieser Vorlage entstanden durch die Bearbeitung am Rechner neue imaginierte Versionen eines Blicks auf den gleichen Ausschnitt. Während das Einzelbild für sich noch genug Echtheit behaupten kann, mehrt sich mit jedem weiter hinzukommenden Bild der Zweifel an der Objektivität und Realität der unterschiedlichen ›FELDER‹. Das Naturkundemuseum Leipzig bot diesem Diskurs über Natürlichkeit und Konstruktion innerhalb einer raumspezifischen Ausstellung, sowie eines Workshops für Kinder und Jugendliche, einen anregenden und fruchtenden Rahmen.

›Erich Weisz‹' erstes inkognito Erscheinen war 2007 als Teil der Leipziger 24–Stunden–Ausstellung Kunst ist kein Spaß. Er machte nichts.

Schwerpunkte wissenschaftlicher Arbeiten während des Studiums waren Bildtheorie, Film– und Medienwissenschaft sowie Einflüsse buddhistischer Lehren auf das Wirken praktischer Philosophie und Ethik. Am kunsthistorischen Institut war er von 2007 bis 2006 im – von ihm mitbegründeten und selbstorganisierten – ›FILMCLUB‹ wöchentlich aktiv, organisierte und hielt gemeinsame Workshops zu filmrelevanten Themen. Die Film– und Videoreihe sollte Anregung sein, das Medium des Films oder der Bewegtbildarbeiten abseits der vorkategorisierten Schemata als würdiges Feld der kunstgeschichtlichen Auseinandersetzung im Auge zu behalten. Begleitet wurde der ›FILMCLUB‹ von zahlreichen Vorträgen zu den ausgewählten Filmen, zwei Publikationen sowie einem ›FILMCLUB Workshop‹.

Während seines Studiums an der Universität Leipzig war Gottfried Binder 2006 als Gasthörer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst eingeschrieben. In diesem Zusammenhang war er mit der Serie ›FELDER‹ an der Gemeinschaftsausstellung ›Werkraum‹ in der Leipziger Spinnerei beteiligt. Im selben Jahr gründete er 2006 mit Kommilitonen der Hochschule ›Staniol‹. Ein künstlerisches, nicht kommerzielles Magazin, welches als experimentelle Schnittstelle zwischen den Medien Internet und Buch definiert wurde: dies beinhaltete eine Internetseite und eine je zweimonatlich erscheinende gedruckte Magazinausgabe. Konzept war, eine real existierende Buchvorlage via Internet zu vertreiben und von verschiedenen KünstlerInnen bearbeiten zu lassen. Anschließend wurden die Ergebnisse redaktionell editiert und in das ursprüngliche Medium des Buches zurückgeführt.

Als Beitrag zur Gemeinschaftsausstellung ›Ich war noch niemals in New–York‹ 2006 auf der Zschochersche Strasse in Leipzig, zählt die Serie ›11 Freunde‹. Klassische Farbportraits von Personen aus dem privaten Umfeld mit dem jeweiligen Vornamen darunter, wurden als Aufkleber (stilistisch angelehnt an bekannte Sticker und Sammelalben) in hoher Auflage an häufig frequentierten Stellen im öffentlichen Raum ausgelegt und angebracht. Aufgenommen mit einer Planfilmkamera auf Schwarz–Weiß Großformatfilm und nachträglich digital handkolloriert, wurden die Portraits als Miniaturen in den öffentlichen Kreislauf gebracht. Thematisiert wurden Fragen nach Individualität und Indentifikation, wobei ironisch mit Mitteln der kommerziellen Repräsentationsmechanismen gespielt wurde. In thematischem Bezug zu Fragen der Kommerzialisierung von Kunst stellte Gottfried Binder 2006 in den Räumen der Leipziger Commerzbank ›sla/sh‹ aus.

In der Bibliothek Georg–Maurer in Leipzig-Plagwitz fand 2005 die Ausstellung ›plan–stadt–platte‹, eine orts– und raumspezifische photographische Bestandsaufnahme des Leipziger Stadtteils Grünau statt. Eine im Sommer 2004 als Resultat der gleichnamigen theoretischen Arbeit über das Phänomen der sogenannten Planstadtsiedlungen und schrumpfender Städte am Beispiel der Grünauer Pheripherie und ihrer typischen Architektur im Rahmen des Projektes Kunst-Kommunikation an der Universität Leipzig, enstandene Bilderserie sich im Rückzug befindender Plattenbauten und deren typischer Interiors.

Als Ergebnis des 2005 an der Universität Leipzig und HGB stattgefundenen interdisziplinären Seminars Die Antiquiertheit des Menschen / Maschinenphantasien enstanden im folgenden Jahr die zusammengehörenden Theoriearbeiten ›List der Maschinen‹ und ›Tierpräparate als Simulatoren‹. Im Jahr davor setzte er sich 2004 mit ›Pierre et Gilles “Vorschau, Durchblick und Nachsicht“‹ sowie ›Über Constantin Meuniers Einfluß auf die Photographie‹ theoretisch auseinander.

Im Kulturbundhaus Leipzig stellte Gottfried Binder 2004 unter dem Titel ›Bildschirmarbeit‹ eine Zusammenstellung von computerbearbeiteten Photographien aus. Davor waren im Jahr 2003 Schwarz–Weiß–Drucke dieser Motive als ›Lichtbilder‹ in der Leipziger Dönerfachbude Sinbad ausgestellt.

Gottfried Binder zog 2002 von Bayern nach Sachsen und setzte sein Studium der Philosophie und Kunstgeschichte sowie das Nebenfach Indologie an der Universität Leipzig fort.

An der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg studierte er ab 2001 Philosophie, Indogermanistik und Kunstgeschichte als Fortsetzung eines begonnenen Fernstudiums an der Universität Hagen. Einziges Phantomdokument dieser Zeit ist die nicht mehr auffindbare Arbeit ›Jakob von Uexkülls Blasenmodell anhand einer Laus erläutert‹ sowie ein ebenso verschollenes Textfragment zu Christopher Nolans Film Memento.

2001 kehrte Gottfried nach dem Aufenthalt in England in die Nürnberger Region zurück, wo er sich glücklicherweise erfolglos für ein Kunststudium bewarb. Zu dieser Zeit machte er ein Praktikum bei einem Stahlbauunternehmen, als Werbefotograf und Mitarbeiter eines sogenannten Dritte–Welt–Ladens. Im selben Jahr gewann die Videoarbeit ›prisma‹ den alternativen Preis des Alternativen Medienfestivals Berlin.

Nach dem Abitur begab sich Gottfried auf Europareise, begann Fahnenflucht und arbeitete 2000 bis 2001 als Pfleger für Menschen mit Behinderung in Streatham, im Süden Londons; dort begann er sich ›utopmania‹ auszudenken.

Davor machte er 2000 sein Abitur in Nürnberg, wo er von 1991 bis 2000 am Hans–Sachs–Gymnasium zur Schule ging. Um den gymnasialen Zweig anstreben zu können, folgte nach der Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland die Wiederholung der fünften Klasse der Grundschule. 1996 gewann Gottfried Binder den ersten Platz der Telekom für die Gestaltung des Telefonbuchumschlages für den Großraum Nürnberg.

Kurz nach dem Sturz des sozialistischen Regimes 1990, zog Gottfried mit Mutter und Großvater vollständig nach Deutschland, gingen monatelang den bundesweiten Weg der sogenannten Auffanglager durch Kasernen und temporäre Sozialunterkünfte, bis sie zu dem vorher aus Rumänien über Serbien geflohenen Vater stoßen konnten und in Nürnberg seßhaft wurden.

Zwischen multi—ethnischem, breit gefächertem kulturellem Flair einer grenznaher Kleinstadt und zugleich isolierter deutschtümelnder Ländlichkeit, verbrachte er bis 1989 seine frühe Jugend.

Bevor Gottfried Binder 1979 an einem Donnerstag in Deta im damals zumeist deutschsprachigen Banat in Rumänien geboren wurde, war es noch Sommer und es dauerte ein halbes Jahr bis es wieder Winter wurde.

Verzeichnet im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek und bei der VewertungsgesellschaftG Wort. ISSN 1864-5399 © dato–1979, G. Binder